Audi-Chef Stadler verhaftet

In der Dieselaffäre geht es in eine weitere Runde: Der Audi-Chef Stadler, der seit 2000 an der Spitze des Autobauers steht, ist in Untersuchungshaft. Damit ist das Thema nicht nur auf den eigentlichen VW-Konzern begrenzt, sondern zieht weitere Kreise auf die einzelnen Sparten der Unternehmensgruppe. Wie kam es zu den Ereignissen? Zunächst wurde eine Untersuchung eingeleitet, die in seiner Privatwohnung stattfand. Die Staatsanwaltschaft München II führt nun Herrn Stadler als Beschuldigten in der Dieselaffäre. Stadler selbst bestreitet die Vorwürfe im Rahmen der Software, die die Abgaswerte bei den Prüfungen beschönigt hatte. Angeblich sei bei der Razzia und den abgehörten Telefonaten der Verdacht auf Verdunkelung gekommen. Aus diesem Grunde wurde Stadler Stadler verhaftet verhaftet und verbleibt weiter in Untersuchungshaft. Näheres wurde jedoch dazu nicht Preis gegeben. Im Raum steht lediglich, dass Stadler schon früher von den Manipulationen wusste, als er bisher zugab. Dies erinnert an den Fall Winterkorn bei VW. Stadler und ein weiterer Mitarbeiter von Audi stehen im Verdacht, Informationen darüber vertuscht zu haben. Der VW-Konzern stellt sich hingegen hinter Stadler, denn es gelte zunächst die Unschuldsvermutung. Stadler gilt als Vertrauter der Eigentümerfamilien Piech sowie Porsche.

Die Dieselaffäre hat zumindest VW vom Ansehen her geschadet, wenngleich sich dies nicht im Umsatz und Gewinn des letzten Jahres zu Buche schlug. Im Gegenteil, die Jahreszahlen waren vortrefflich. Der Konzern verwirtschaftete 2017 ein Rekordergebnis mit einem verdoppelten Nettogewinn von 11,4 Milliarden Euro.

Nach dieser prägnanten Handlungsweise der Justiz bleibt jedoch weiterhin spannend, wie auch gegen den damaligen VW-Chef Winterkorn vorgegangen wird. Denn bei VW wurden bisher nur Mitarbeiter ins Visier genommen, die auf der Hierarchieebene deutlich unter ihm standen.

Vielleicht hatte diese Krise schließlich etwas Gutes hervorgerufen. Denn im Zuge der Ermittlungen wurde die alternativen Antriebe wie Elektro usw. wieder neu in die öffentlichen Diskussionen gebracht und erste konkrete Angebote bzw. Entwicklungen der einzelnen Autobauer vorgestellt. Gleichfalls bereiten sich die Zulieferer solcher Antriebe derweilen mit Hochdruck auf die Zeit nach den fossilen Brennstoffen vor.