Brexit – und wie geht es weiter?

Wie sich der Verkauf und das Marketing von Deutschland nach England durch den tatsächlichen Brexit für die deutsche Wirtschaft entwickeln wird, ist noch nicht eindeutig abzusehen. Nun kommen allerdings einige Stimmen aus derselben zurück, die die bisherige Passivität durchbricht. Airbus meldete sich zu Wort. Falls der harte Kurs seitens der britischen Regierung weiter geführt würde, denke die Firma an einen massiven Stellenabbau und Verlagerung aus Großbritannien nach. Dies hätte immense Folgen, denn in England sind derzeit circa 14.000 Mitarbeiter bei Airbus beschäftigt. Auch regionale Zulieferer würden darunter leiden. Nach Angaben des Konzerns habe er dort 4.000 Lieferanten mit circa 110.000 Mitarbeitern. Aus diesem Grunde warnt Airbus-Chef Enders vor einem Brexit ohne Deal. Da er vom Schlimmsten ausginge, ist seine soeben genannte Einschätzung ein Worst-Case-Szenario.

Ein ähnlicher Druck wird seitens des BMW Konzerns erzeugt, der gewisse Zusicherungen der Regierung nach dem Brexit erwartet. Diese sollten bis zum Ende des Sommers vorliegen. Wenn dies nicht geschehe, müsste der Autokonzern Alternativpläne entwickeln.

Nun melde sich ein weiterer Großkonzern mit Siemens zu Wort. Dieser beschäftigt in England circa 15.000 Mitarbeiter. Auch Siemens macht sich Sorgen um die aktuelle Rhetorik, die im britischen Kabinett angewandt wird.

Aber selbst Großbritannien leidet ohne diesen Druck schon von alleine. Es hat mit 1,4 Prozent das schwächste Bruttoinlandsprodukt bezogen auf die EU. Selbst Forscher haben berechnet, dass der Brexit bisher schon 1 Prozent Wirtschaftswachstum gekostet habe.

Es wird spannend Richtung tatsächlichem geplanten Brexit zum März 2019. Kritische Stimmen befürchten einen unkontrollierten Brexit, der ins Desaster führe. Im Inland reißen die Proteste der Brexit-Gegner ebenso nicht ab. Zentausende ziehen regelmäßig auf die Straße, um ihn dennoch abwenden zu können. Dies scheint allerdings ebenso aussichtslos im Moment, da die größten Parteien dies ablehnen. Es wäre fraglich aus deren Sicht, ob ein anders Votum wie damals, nämlich 52 Prozent dafür, möglich sei oder doch nicht dasselbe Ergebnis entstünde.

Aus Sicht des Verkaufs und des Marketings ist es nun wichtig, auf einen neu gestalteten Markt zu reagieren.