Mindestlohn soll ansteigen

In Deutschland herrscht seit dem 1. Januar 2015 ein gesetzlicher Mindestlohn. Er ist im Mindestlohngesetzes (MiLoG) festgeschrieben und betrug damals EUR 8,50 pro Stunde. Der Momentan gültig Ansatz besteht seit dem Jahr 2017 und beträgt EUR 8,84 pro Stunde. Der Wert gilt, mit einigen Ausnahmen, für alle Arbeitnehmer in allen Branchen. Zu den Ausnahmen zählen unter anderem Auszubildende und ehemalige Langzeitarbeitslose in den ersten 6 Monaten.

Nun wird über eine Erhöhung des Mindestlohns auf den 1. Januar 2019 diskutiert. Eine Expertenkommission, bestehend aus Wissenschaftlern, Arbeitgebern und Gewerkschaftlern, kam zum Schluss, dass ab diesem Zeitpunkt ein Mindestlohn von EUR 9,35 pro Stunde angemessen sei.

Noch ist dieser Wert aber nur eine Empfehlung. Es liegt nun in den Händen des Bundestags, diesen Ansatz auch tatsächlich in eine bindende Verordnung umzusetzen.

Um den neuen Wert für den Mindestlohn festzulegen, hat sich die Expertenkommission in erster Linie auf die Lohnentwicklung bei den Tariflöhnen gestützt. Auch diese sind seit 2017, unter anderem aufgrund der Inflation, angestiegen. Es war aber auch das Ziel, den Arbeitnehmern einen fairen Lohn zu bieten, ohne dabei den Wettbewerb und den Erfolg der wirtschaftlichen Entwicklung zu gefährden.

Somit handelt es sich beim Wert um einen Kompromiss. Gewerkschafter hätten gerne einen noch stärkeren Anstieg gesehen. Arbeitgeber auf der anderen Seite waren bemüht, denn Wert so tief wie möglich zu halten.

Obwohl die Expertenkommission sehr heterogen zusammengesetzt war, wurde der Entschluss für den neuen Wert einstimmig gefällt. Dies dürfte in erster Linie daran liegen, das sich der Wert mathematisch exakt an der Lohnentwicklung, die vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht wurde, orientiert. Der Wert wurde dabei für die erwartete Entwicklung bis Mitte 2019 berechnet. Die Kommission plant, in einem Jahr wieder zusammenzukommen um einen Wert für den 1. Januar 2020 festzulegen. So soll der Mindestlohn in der Zukunft jährlich an die wirtschaftliche Entwicklung angepasst werden.